2025 Frauentag: Frauen in der Weinbranche

7. März 2025 | Prickelndes Wissen

2025 Frauentag: Frauen in der Weinbranche 2025! Wo stehen wir heute? Statistiken und persönliche Eindrücke zeigen, dass wir noch nicht am Ziel sind. Der Tag steht unter dem Motto #AccerateAction des Internationalen Frauentages. Wo stehen wir heute?

Lesenswert zu diesem Thema mit Hintergrundinformationen auch der Artikel aus 2024. Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, hat seine Wurzeln in der Arbeiterbewegung und dem Kampf für Gleichberechtigung und Frauenrechte. Seit 1975 ist der Internationale Frauentag von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Jedes Jahr wählt die UNO ein bestimmtes Thema, um Fortschritte bei den Frauenrechten zu feiern und Herausforderungen anzusprechen.

Heute wird der Frauentag weltweit gefeiert, um auf Themen wie Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen und soziale Gerechtigkeit aufmerksam zu machen. In Deutschland ist er seit 2019 in Berlin und seit 2023 in Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag. Schauen wir uns kurz die globale Situation an, bevor wir nach Deutschland blicken.

Frauentag 2025: Frauen in der globalen Weinbranche

Weltweit sind Frauen in allen Bereichen des Weinsektors vertreten, von der Produktion bis hin zu Führungspositionen. Sie bringen neue Perspektiven und Innovationen in die Weinproduktion ein. Dennoch liegt der Schwerpunkt – meiner Meinung nach – eher auf der Sommellerie, der Autorenschaft und dem Verkauf als auf der Arbeit als Kellermeisterin oder Weingutsbesitzerin.

Sommeliere WEinprobe Frauentag 2025 Weinbranche

Die Herausforderungen sind groß: Trotz Fortschritten gibt es immer noch Probleme wie geschlechtsspezifische Vorurteile und ungleiche Bezahlung. Auch in Führungspositionen sind Frauen in vielen Ländern unterrepräsentiert. Empfehlenswert ist die Studie von Queena Wong in UK zu diesem Thema. Erstaunlich ist, dass es generell wenig Daten über die Situation von Frauen im Weinsektor gibt. Dies muss sich ändern. Auf der Seite der Konsumentinnen machen Frauen mittlerweile über 60% der Käuferschicht im Weinhandel aus!

Organisationen

Interessant ist, dass es zwar weltweit einzelne Frauenverbände gibt, aber die Vernetzung untereinander etwas fehlt. So gibt es z.B. in Italien Le Donne del Vino, in Frankreich Femmes du Vin. Aufsehen erregt hat die Champagne, die mit La Transmission – Femmes en Champagne – Frauen wie Evelyne Boizel (Champagne Boizel), Delphine Cazals (Champagne Claude Cazals), Charline Drappier (Champagne Drappier), Chantal Gonet (Champagne Philippe Gonet) in Führungspositionen zusammenbringt. Sie knüpfen damit direkt an die historische Bedeutung von Frauen wie Veuve Clicquot, Madame Pommery oder Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin an. Leider nur regional bekannt ist die Gruppe Cava Women, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Rolle der Frauen in der Cava-Industrie zu stärken (Spanien). Frauen wie Anaïs Manobens, Olivia Junyent und Laia Esmel sind führende Persönlichkeiten dieser Bewegung.

Interessant ist, dass es zwar vereinzelt Frauenvereinigungen weltweit gibt, aber deren Vernetzung untereinander etwas hapert. Zum Beispiel gibt es z.b. in Italien Le Donne del Vino, in Frankreich Femmes du Vin. Für Furore hat die Champagne gesorgt, die mit La Transmission – Femmes en Champagne – Frauen wie z.B. Evelyne Boizel (Champagne Boizel), Delphine Cazals (Champagne Claude Cazals), Charline Drappier (Champagne Drappier), Chantal Gonet (Champagne Philippe Gonet), in regionalen Führungspositionen zusammenbringen. Damit knüpfen sie direkt an die historische Bedeutung von Frauen wie Veuve Clicquot, Madame Pommery oder Barbe Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin an. Leider nur regional bekannt ist die Gruppe Cava Women, deren Ziel es ist, die Rolle von Frauen in der Cava-Industrie (Spanien) zu stärken. Frauen wie Anaïs Manobens, Olivia Junyent und Laia Esmel sind führende Figuren in dieser Bewegung.

2025 Frauentag: Wo steht Deutschland?

Nach der kurzen Aufregung um die #metoo-Vorfälle in der Sommelier Union ist die Welle leider wieder abgeebbt – es ist zu ruhig geworden. Generell sind Frauen in der deutschen Weinbranche zunehmend präsent, auch verstärkt in Führungspositionen und als Winzerinnen. Konkrete Zahlen über die Gesamtzahl der Frauen in der deutschen Weinwirtschaft liegen jedoch nicht vor. Der Anteil der Frauen in der Winzerausbildung ist gestiegen, genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor. So sind allerdings z.B. 50% der Studierenden am Campus Neustadt in Neustadt weiblich.

Vinissima e.V. ist der erste und einzige deutsche Verband für Frauen in der Weinbranche. Er hat rund 600 Mitglieder und bietet Netzwerkmöglichkeiten sowie Weiterbildungsprogramme an. Auf dem diesjährigen Netzwerkwochenende in Neustadt war die Situation der Frauen in der Weinbranche einer der Diskussionspunkte. Auch hier decken sich die Erfahrungen der Weinfrauen mit denen der globalen Weinwelt.

Trotz der Fortschritte gibt es weiterhin Herausforderungen wie Geschlechtervorurteile und ungleiche Bezahlung. Die Förderung von Frauen in der Weinbranche durch Netzwerke und Initiativen ist entscheidend für eine zukünftige Gleichstellung.


Meine persönlichen Inspirationen im letzten Jahr

Auch im letzten Jahr haben mich die Weinfachfrauen wieder sehr inspiriert und auch gezeigt, dass die Weinwelt Möglichkeiten und besondere Begegnungen bieten kann. Deshalb stelle ich Ihnen am 2025 Frauentag folgende Persönlichkeiten vor:

Christine Collins ist Direktorin des Mondial des Vins Blancs Strasbourg, einem der wichtigsten internationalen Weinwettbewerbe, der sich ausschließlich auf Weißweine konzentriert. Ziel von Christine Collins ist es, die Vielfalt und Qualität der Weißweine weltweit zu fördern und Weinliebhabern und Fachleuten Orientierung in einer immer vielfältigeren Weinszene zu bieten. Sie setzt sich für die Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit von Winzern und Weingütern ein.

Aber auch Christine Berthold, Beirätin im neuen Vinissima-Vorstand, ist eine ganz besondere Persönlichkeit, die ihren Weinweg konsequent gegangen ist. Als Betriebswirtin war sie viele Jahre für traditionsreiche Weinimporteure im Marketing tätig, zuletzt als Geschäftsführerin. Seit 2005 ist sie mit Berthold Partners selbständig und berät nationale und internationale Verbände und Unternehmen aus der Wein-, Food- und Spirituosenwelt in den Bereichen Kommunikation, Promotions und Events.

Emma Rice, ehemalige Winemakerin bei Hattingley Valley und zweimalige Gewinnerin des UK Vineyards Association Winemaker of the Year, war eine der führenden Winemakerinnen Großbritanniens. Im Jahr 2008 kam sie als Chefwinzerin zu Hattingley Valley, wo sie entscheidend dazu beitrug, den Ruf des Weinguts für Spitzenqualität zu etablieren. Mittlerweile gründete Rice ihre eigene Weinberatungsfirma und arbeitet als beratende Winzerin.

Weitere, inspirierende Persönlichkeiten finden Sie im Artikel: Frauen in der Weinbranche 2024 kennen.


Credits:

Bei diesem Artikel handelt es sich um meine persönliche Meinung. Er wurde nicht in Auftrag gegeben und übernimmt keine Gewährleistung von Vollständigkeit. Weiterführende Links dienen der Wissensvermittlung. 

Nicole Wolbers – Titelfoto: Cava Mastinell, ehemalige Kellermeisterin Sandra Estévez


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