Schaumwein-Trends 2026: Der Schaumweinmarkt setzt seinen dynamischen Kurs fort. Trotz globaler Unsicherheiten wächst das Segment weiterhin stärker als der Stillweinmarkt – angetrieben durch eine konsequente Premiumisierung, das Interesse jüngerer Konsumenten und innovative Angebote wie alkoholfreie Varianten.
Für 2026 zeichnen sich klare Tendenzen ab: Während Prosecco seine Rolle als Volumenkönig festigt, rücken Crémant und Cava als ernstzunehmende Premium-Alternativen zur Champagne auf. Gleichzeitig profilieren sich lokale Erzeuger, wie die deutschen Winzer, durch kompromisslose Herkunftsstrategien.
Schaumwein-Trends 2026: Rekorde und Wachstumspfade
Der internationale Schaumweinmarkt schloss das Jahr 2024 mit einem beeindruckenden Wert von rund 290 Milliarden USD ab. Experten von Global Market Insights prognostizieren bis 2034 eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwa 7,5 Prozent. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die steigende Nachfrage in Nordamerika, Europa und Asien gestützt. Allerdings ist es fraglich, wie sich der Markt in den USA weiter entwickeln wird. Die OIV schätzt die globale Weinproduktion für 2025 auf 232 Millionen Hektoliter – ein Plus von drei Prozent gegenüber 2024 –, wobei das Schaumweinsegment überproportional zulegt.
Italien dominiert mit rund einem Drittel der weltweiten Produktion, gefolgt von Frankreich (16 %) und Deutschland (14 %). Seit 2002 hat sich dieses Segment verdoppelt, getrieben von einer neuen „Everyday Fizz“-Mentalität aber auch Premiumisierung. Schaumwein bleibt weiterhin resilient, da insbesondere gesundheitsbewusste und jüngere Generationen sowie Fans von „Low- and No-Alcohol“-Produkten den Markt beleben. In Deutschland stieg der Umsatz mit alkoholfreien Varianten zuletzt um 15 Prozent auf 97 Millionen Euro.

Champagne: Strategie für Stabilität und Exzellenz
Die Champagne agiert derzeit in einem herausfordernden Umfeld. Die Exporte lagen 2025 bei etwa 266 Millionen Flaschen, was eine leichte Konsolidierung gegenüber 2024 bedeutet. In wichtigen Märkten wie den USA, Großbritannien und Japan zeigt sich jedoch eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Der französische Inlandsmarkt bremst die Gesamtentwicklung hingegen weiterhin leicht aus.
In Zeiten von Inflation wählen Konsumenten bewusster aus – wer Abstriche beim Luxusprodukt Champagner macht, wandert oft zu hochwertigen Alternativen ab. Das Thema „alkoholfreier Champagner“ bleibt derweil ein Tabu. Um den Marktwert stabil zu halten, wurde die Erntemenge für 2024 auf 10.000 Kilogramm je Hektar begrenzt. Mit der Zulassung neuer Rebsorten wie Chardonnay Rose oder Voltis reagiert die Region zudem auf klimatische Herausforderungen. Eine zentrale Rolle für die Zukunft wird das neue Forschungs- und Innovationszentrum einnehmen, das die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen soll.
Prosecco: Der unangefochtene Volumentreiber
Prosecco DOC feierte 2024 einen Rekord: 660 Millionen Flaschen mit einem Gesamtwert von 3,6 Milliarden Euro. Besonders der Export in die USA boomte (+17 %). Auch Rosé-Varianten wuchsen zweistellig auf 60 Millionen Flaschen. Für 2026 bleibt Prosecco der Lifestyle-Star: preisattraktiv und unverzichtbar für die Aperitif-Kultur.

Schaumwein-Trends: „Prosecco Low-Alcohol“
Interessanterweise setzt das Konsortium nicht auf 0,0 %, sondern auf hochwertige Low-Alcohol-Weine (8–9 % vol.), die ohne technische Entalkoholisierung auskommen. In Zusammenarbeit mit der Universität Padua wird die Vinifikation so gesteuert, dass Frische und Trinkigkeit erhalten bleiben, ohne die typischen Süßespitzen industrieller 0,0-Produkte. Ziel ist es, die Stilistiken „Brut“ und „Extra Dry“ zu bewahren und so ernährungsbewusste Zielgruppen anzusprechen, ohne die Identität der Herkunft zu verlieren. Es wird also in nächster Zeit keinen alkoholfreien Prosecco auf dem Markt geben.
Crémant und Cava: Die Premium-Challenger
Crémant ist die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre: 114 Millionen Flaschen im Jahr 2024 bedeuten ein Plus von 47 Prozent seit 2016. Alle acht Appellationen wachsen, wobei der Export (vor allem nach Deutschland und UK) massiv an Bedeutung gewinnt. Crémant wird zunehmend als „Champagner-Alternative“ wahrgenommen: terroir-nah und preislich attraktiv.
Die Cava DO kämpft zwar mit Ernteknappheiten (218 Millionen Flaschen in 2024), setzt aber konsequent auf Aufwertung. Trotz des Weggangs großer Produzenten wie Freixenet aus der DO bleibt der Fokus auf Qualität. Javier Pagés, Präsident der D.O. Cava, betont:
„Cava ist ein historischer Wein mit 150 Ernten hinter sich, verbunden mit „dem Gebiet, den lokalen Traditionen und Trauben sowie einer Methode, der traditionellen Methode.“
Die neue Strategie „Cava de Guarda Superior“ (längere Reife, Lagenweine) soll das Image weltweit schärfen.

Der deutschsprachige Markt: Handwerk vs. Masse
Deutschland bleibt der weltweit größte Schaumweinmarkt. Doch während über 96 % der 246 Millionen verkauften Flaschen aus großen Sektkellereien stammen, verschiebt sich die Aufmerksamkeit der Kenner zum Winzersekt. Dieser boomt durch Fokus auf Handwerk und Herkunft. Gleichzeitig festigt Deutschland seine Rolle als Importnation für Crémant und Cava, während hochwertiger deutscher Sekt zunehmend den Weg in den Export findet.
In Österreich zeigt sich bei Sekt Austria ein ähnliches Bild: Kein spektakuläres Mengenwachstum, aber ein deutlicher Shift zu höheren Flaschenpreisen und internationaler Sichtbarkeit. Branchenexperten erwarten auf der VieVinum 2026 neue Rekordzahlen für die qualitativen Spitzenstufen.
Rosé Bubble
Der Rosé‑Schaumweinmarkt ist vom Nischenprodukt zum klaren Wachstumstreiber geworden und profitiert stark vom allgemeinen Rosé‑Boom. Weltweit wächst der Rosémarkt im Wert deutlich, mit steigender Nachfrage nach leichten, sommerlichen und visuell „instagrammable“ Weinen; roséfarbene Schaumweine hängen sich hier an und legen im Premium- wie im Lifestyle-Segment zu.
Prosecco Rosé ist der wichtigste Volumentreiber: rund 60 Mio. Flaschen 2024, über 20% Wachstum gegenüber 2023 und bereits ca. 10% des gesamten Prosecco‑Volumens, mit weiteren Zuwächsen erwartet. Im Premiumbereich (Champagne, Crémant, hochwertige Sekte) wachsen Rosé‑Cuvées überdurchschnittlich, weil sie Luxus-Image, Foodpairing‑Tauglichkeit und Social‑Media‑Attraktivität kombinieren.
Nachhaltigkeits‑Fazit für Schaumweine
In der Schaumweinbranche verschieben sich Verpackungen stark in Richtung leichter, alternativer und wiederverwendbarer Formate, weil Glas und Transport den größten CO₂‑Hebel haben. Das Problem der Sicherheit aufgrund des hohen Flaschendrucks sowie die Konservierung der Kohlensäure sind nach wie vor Aspekte, die nicht immer mit dem Anspruch an Nachhaltigkeit vereinbar sind.
- Der größte Hebel bleibt die Gewichtsreduktion bei Glas; hier bewegt sich inzwischen auch der traditionelle Schaumweinbereich (Champagne, Marken‑Sekt) deutlich.
- Alternative Formate wie Dose und Keg sind ökologisch sinnvoll, wenn sie gut recycelt werden bzw. Mehrweg‑ oder Sammelsysteme existieren, und wenn sie Glas‑ und Transportaufwand messbar ersetzen. Im Moment werden diese Materialien überwiegend für Perlweine eingesetzt.
- Professionelle Konservierungssysteme für glasweisen Ausschank von Schaumweinen. Da kein Sauerstoff mit dem Wein in Berührung kommt und der Druck konstant hoch gehalten wird, bleibt der Prickeln bis zu 2 Wochen ohne Qualitätsverlust frisch.
Fazit: Die Schaumwein-Trends 2026
Die Top-Trends der kommenden Saison lassen sich klar benennen: Handwerkliche-Schaumweine, Terroir-Fokus, Rosés und Weine mit langem Hefelager – ebenso wie alkoholfreie Schäumer. Nachhaltigkeit ist dabei längst keine Option mehr, sondern Pflicht allerdings mit technischen Herausforderungen verbunden. Auch wenn der Massenmarkt in Deutschland weiterhin von unkompliziertem Trinkgenuss und einer gewissen Restsüße geprägt bleibt, wächst das Premium-Segment doppelt so schnell wie der Basisbereich. 2026 wird das Jahr der Vielfalt – vom preiswerten Lifestyle-Prosecco bis zum exklusiven Lagen-Sekt.
Dieser Artikel wurde weder in Auftrag gegeben noch vergütet und spiegelt alleine die Meinung wider. Weiterführende Links dienen der Wissensvermittlung.




