Prosecco-Krieg: Die Geschichte eines Schaumwein-Streits! Die Story erinnert ein wenig an den berühmten Film „Rosenkrieg“. Wussten Sie, dass „Prosecco“ nicht nur ein prickelnder Schaumwein ist, sondern auch Teil eines langjährigen Disput war? Der Name hat Europa und Australien Dekaden in Atem gehalten – bis nun ein Abkommen den Knoten löste.
Die Anfänge: Rebsorte vs. Region
Alles begann in Italien. Prosecco war lange der Name einer Rebsorte, die in Venetien wuchs. In den 1960er-Jahren wurden die ersten kommerziellen Weine unter diesem Namen produziert. Ebenso durfte der Name Prosecco weltweit als Bezeichnung für einen leicht prickelnden Wein verwendet werden. Doch 2009 machte Italien einen geschickten Schachzug und drehte den Spieß um: Die Rebsorte hieß plötzlich „Glera“ und Prosecco wurde zur geschützten Herkunftsbezeichnung (DOC). Ziel war es, die Authentizität zu sichern und Billigimitationen zu stoppen. Australien, das bereits seit den 1990er-Jahren Prosecco-Reben anbaute, sah das anders: Für sie blieb es eine Sorte, kein Ort.
Prosecco-Krieg: EU greift ein
Die EU-Kommission versuchte im Jahr 2013, Prosecco in Australien als geografische Angabe (GI) zu schützen, ähnlich wie es bei Champagner der Fall ist. Das stieß auf große Ablehnung in Down Under! Australische Winzer protestierten, den auch dort sowie im Export verkaufte sich australischer Prosecco hervorragend! Während der Streit weiter schwelte, floss australischer Prosecco z.B in die USA und Asien.

Eskalation: Handelsgespräche entbrennen
Beim Freihandelsabkommen (AUS-EU-FTA) wurde es ernst. Australien exportierte im Jahr 2025 76 Millionen Liter Wein in die EU und wollte Zölle abbauen. Europa blieb standhaft und forderte: „Kein Prosecco-Export mehr!“ Ein Wort gab das andere, so betonten Wine Australia alleine das „Rebranding würde Millionen kosten.“ Man warf weiter Schaukämpfe in den Ring wie Steuern um Feta oder Parmesan. Es eskalierte fast als die Australiere die „Tradition“ betonten und die EU mit einer Blockade drohte.
Die Verhandlungen zogen sich über acht Jahre hin. In dieser Zeit wuchs der australische Prosecco-Markt, doch der Druck der EU stieg. Im Jahr 2025 konnten sich die Parteien schließlich annähern. Während die Australier vor herben Verlusten warnten, kam die EU ihnen entgegen und stimmte einer Übergangsregelung zu. So darf Wine Australia im Inland weiterhin Prosecco anbieten, der Export von australischem Prosecco muss jedoch innerhalb einer Frist von zehn Jahren eingestellt werden.
prosecco-Krieg: Der Deal
Jetzt war es so weit, man einigte sich: Australien erkennt Prosecco als EU-GI an – Inland wie beschrieben ok, aber Export wird successive umgestaltet. Dafür gibt es Zollfreiheit für EU-Exporte und der Schutz für sieben australische Geographical Indications (GIs) (z.B. Upper Hunter Valley) und Rebsorten wie Nero d’Avola.
Was sich wie ein kleiner Krimi liest, war wesentlich für die Authenzität von Prosecco. Tatsächlich hat Italien mit diesem Schritt einen großen Sieg für das Alleinstellungsmerkmal des Prosecco erzielt. Die Exportchancen für Prosecco haben sich dadurch sicherlich noch verbessert und sind nun noch sichtbarer.
Credits:
Bei diesem Artikel handelt es sich um meine persönliche Meinung. Er wurde nicht in Auftrag gegeben und übernimmt keine Gewährleistung von Vollständigkeit. Weiterführende Links dienen der Wissensvermittlung.
Foto: Nicole Wolbers




