Sekt ist nicht ungefährlich – Mach´s wie die Profis!

9. November 2020 | Basics, Neues, Prickelndes Wissen

Sektflaschen sind nicht ungefährlich und im Umgang mit ihnen sollte man ein paar Punkte beherzigen. Damit Ihr in den Genuss und nicht in den Verdruss kommt, gibt es im Folgenden ein paar Profi Tipps!

  • Soll ich meinen Sekt lagern?
  • Was ist die richtige Serviertemperatur?
  • Welches Glas passt oder brauche ich neue?
  • Welche Menge muss ich einplanen?
Rütteln von Sekt Weingut Bamberger ©Bamberger

Sekt wird trinkreif verkauft!

Das Gute für Euch, Ihr müsst den Sekt – im Gegensatz zu manchem Wein – nicht jahrelang bis zur Trinkreife lagern. Diese Arbeit übernimmt für Euch der Winzer.

Allerdings könnt Ihr Sekt ohne schlechtes Gewissen 1-2 Jahre zu Hause bei richtigen Lagerbedingungen aufbewahren, ohne dass er z. B. seine Frische und Aromatik verliert. Lasst Ihr Eueren Sekt länger lagern, müsst Ihr damit rechnen, dass ganz langsam die prickelnde Frische und Fruchtaromen sich verändern werden. Mit der Zeit (allerdings nach vielen Jahren Lagerung) wird der Schaumwein immer weicher, schmelziger und entwickelt – je nach Schaumwein z. B. getrocknete Fruchtaromen und erdige Komponenten.

Aber da die meisten von uns keinen großen Keller haben, sondern sich mit einem kleinen Kühl- oder Weinschrank begnügen, wird sich diese Frage kaum stellen.

TIPP:

  • Dunkle Flaschen schützen besser vor Licht als helle. Beim Kauf von durchsichtigen Flaschen diese sofort vor Lichteinfall schützen. Es können sonst Fehlaromen entstehen!
  • Achtet auch darauf, wo der Sekt im Geschäft steht! Steht der Sekt im Schaufenster in der Sonne dann besser nicht kaufen bzw. nach einer anderen Flasche fragen.
  • Zu lange Lagerung in einem Kühlschrank kann den Korken austrocknen!

Wie lagern?

Am wohlsten fühlt sich Schaumwein bei folgenden Bedingungen:

  • kühle Umgebung mit einer konstanten Temperatur von 6-8 Grad
  • keine starke Temperaturschwankungen
  • die Feuchtigkeit sollte nicht über 60-70% liegen
  • kein grelles, helles Licht, also eine dunkle Umgebung
  • keine starken Gerüche, keine Vibrationen

Entgegen landläufiger Meinung sollte der Schaumweine stehend gelagert werden, da der Druck innerhalb der Flasche den Korken feucht hält und so die Flasche perfekt versiegelt.

Sektflaschen ©Deutsches Weininstitut

Schaumweinkorken sind gefährliche Geschosse. In den Anfängen der Schaumweinproduktion explodierten regelmäßig die Sektflaschen, heute ist das Gott sei Dank bei der klassischen traditionellen Flaschengärung nicht mehr der Fall. Da der Sekt bei Raumtemperatur (18-20 Grad Celsius) einen Druck von ca. 6 bar aufweist, kann eine kühlere Temperatur den Innendruck in der Flasche senken. Kein Hokuspokus sondern reine Physik! Die CO2-Bläschen dehnen sich bei Wärme aus und bei Kälte ziehen sie sich wieder zusammen – ganz einfach! Das macht das Öffnen einer Flasche Schaumwein ungefährlicher.

Aber wie öffne ich eine Flasche richtig?

Eine Sektflasche steht ordentlich unter Druck, daher sollte man sie immer mit Bedacht und von Personen weggewandt öffnen.

Heutzutage verzichtet man auf das laute Plopp beim Öffnen der Sektflasche als Ausdruck der Freude, sondern zelebriert das Öffnen mit Eleganz und ohne laute Geräusche. Dadurch bleiben die Bläschen delikat, und Ihr habt mehr in der Flasche zum Trinken.

  • Erst einmal auf die richtige Trinktemperatur bringen, siehe oben. Gut gekühlte Flaschen stehen nicht so unter Druck wie erwärmte oder auch durchgeschüttelte Sektflaschen.
  • Entfernt zuerst die Folie und lockert die Agraffe (Drahtgestellt) mit ein paar Drehungen – aber nicht entfernen.
  • Bitte immer eine Hand zu jeder Zeit am Verschluss halten, da Ihr nicht wissen, ob der Kork nicht doch schon herausgeflogen kommt.
  • Die Flasche in einem mindestens 45 Grad Winkel von allen Personen entfernt halten. Dies verhindert auch, dass der Sekt überströmt.
  • Jetzt dreht Ihr mit der einer Hand den Flaschenboden und haltet dabei stets die andere Hand mit Druck auf dem Kork. Ganz langsam sollte sich jetzt der Kork heraus bewegen und ein leises Pfiff zu hören sein.

Mit ein bisschen Übung schafft Ihr das wie die Profis!

Wieviel Sekt schenke ich ein?

Am besten eignen sich Gläser, die etwas bauchig sind und sich nach oben verjüngen. In solchen Gläsern können sich die Aromen sehr gut entfalten. Im klassischen Flötenglas könnt Ihr zwar das Perlenspiel besser beobachten, aber die Aromen sind reduzierter. Je nach Glastyp schmeckt und riecht ein Schaumwein anders. Füllt am besten ein Glas nie mehr als zur Hälfte, damit das Aromenspiel durch Schwenken noch besser zur Geltung kommen kann.

Tipp:

Gute Weissweingläser eigenen sich hervorragend für Schaumweine!

Rest übrig?

Falls Ihr doch einmal einen Rest übrig habt, dann verschließt die Flasche mit einem speziellen Sektverschluss, den Ihr in der Weinhandlung bekommen können. Entgegen dem Volksglauben hilft ein Löffel leider nicht, die Perlen vor dem Entweichen zu bewahren.

Welche Flaschenmengen brauche ich?

Generell kann man aus einer Flasche Sekt (0,75 cl) ca. 5 Gläser einschenken. Wenn Ihr den Sekt als Aperitif gedacht habt und 10 Gäste zu Besuch kommen, solltet Ihr vier Flaschen vorbereitet haben.

Mit diesen Tipps solltet Ihr eine entspanntere Vorbereitungszeit und das richtige Wissen haben. Ach ja, falls Ihr eine Flasche mal schnell kaltstellen müsst, dann meinen Tipp “Die Gäste kommen, der Sekt ist warm” lesen.

Dieser Text wurde nicht in Auftrag gegeben oder vergütet, sondern spiegelt alleine meine Meinung wieder! Ausgehende Links, die kommerzielle Nutzen haben, werden mit einem * (Affiliate) gekennzeichnet.

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